01.10.2008 - Siem Reap
Nachdem uns der gestrige Tag noch in schrecklicher Erinnerung geblieben war, erhofften wir uns heute Besseres. Nach dem Frühstück haben wir ein Tuk-Tuk angeheuert und uns auf den Weg zur Grenze gemacht. Unser Tagesziel sollte Siem Reap sein, laut Reiseführer 6 Stunden entfernt. Wir waren noch nicht richtig aus dem Tuk-Tuk ausgestiegen, da versuchte man schon uns übers Ohr zu hauen. Ein junger Thai wollte uns weissmachen, dass wir das Visum für Kambodscha bei ihm beantragem müssten, dumm nur für ihn, dass wir wussten, dass das nicht stimmte. Also haben wir uns unseren Ausreisestempel abgeholt und sind zum offiziellen Visa-Service auf der kambodschanischen Seite, doch auch hier wollte man uns linken. Als wir unsere Anträge einreichten, wollte der Beamte uns jeweils 1000 Baht (ca. 30 Dollar) abknöpfen, obwohl am Schalter ein Schild hing auf dem von 20 Dollar die Rede war. Der Beamte wollte sich jedoh auf nichts einlassen und auch mit seinem Vorgesetzten wollte er uns nicht sprechen lassen. Wir haben ihm dann 1600 Baht hingelegt, doch dann wollte er noch 10 Dollar mehr, was wiederum aufs Gleiche rausgekommen wäre. Unser letzter Versuch war dann ein 50 Dollar-Schein und siehe da, ohne weiteres Murren hatten wir innerhalb von ein paar Minuten unser Visum. Wer jetzt denkt, die Verarsche sei vorbei, der hat sich aber geschnitten, jetzt gings erst richtig los. Nachdem wir unseren Einreisestempel hatten, lotste uns ein Offizieller zu einem kostenlosen Shuttle-Bus, der uns zur Busstation bringen sollte, alles natürlich nur zum Bestem der Touristen, ansonsten sei es zu gefährlich und die Straße wäre ja zu schlecht zum Laufen usw. Ok, die Straße sah wirklich aus als wäre sie einem Bombenteppich zum Opfer gefallen, ich habe in einer Stadt ehrlich gesagt noch nie so eine schlammige und bis zum Mutterboden zerfahrene Straße gesehen.
Doch wieder zurück zu den Gaunereien. Der Bus hat uns erstmal bei einer Wechselstube rausgelassen und wir haben dann zu einem sensationell schlechten Kurs ein kleinwenig Geld getauscht. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich schon der Nächste an unsere Fersen geheftet und wollte uns klarmachen, dass es keinen Bus nach Siem Reap gibt und wir nur bei ihm das supergünstige Taxi für 60 Dollar bekämen. Wir haben dieses tolle Angebot dann doch ausgeschlagen und sind auf eigene Faust ein Transportmittel suchen gegangen. Der Typ wollte aber irgendwie nicht einsehen, dass er bei uns keine Chance hatte und ist uns ewig durch den halben Ort gefolgt. Irgendwann hat er sich dann von einem Komplizen einen Roller geschnappt, damit er uns besser folgen konnte. Das Ganze war einfach so lächerlich, dass es einfach nur noch witzig war. Als wir dann etwas am Straßenrand getrunken haben, war er aber auf einmal verschwunden und kam auch Gott sei Dank nicht wieder. Immer wieder hielten auch irgendwelche Kerle an, die uns ihre Dienste als Taxifahrer anboten, doch wir haben dankend abgelehnt. Wir haben dann doch noch ein Busterminal gefunden, doch vor 14 Uhr sollte dort kein
Bus abfahren aber auch dort warf sich direkt eine Meute Taxifahrer wie Schmeißfliegen auf uns und wollte uns unbedingt nach Siem Reap bringen. Im Endeffekt haben wir uns nach langem Verhandeln ein Taxi mit zwei Einheimischen geteilt sonst wären wir wohl nie weitergekommen. Wir hatten mit dem Fahrer einen Preis von 20.000 Riel abgemacht (ca. 3,50 €) und wie sich später noch herausstellte, bezahlten wir weniger als die Einheimischen, für Antonia die Krönung
ihrer Verhandlungskarriere.
Die Fahrt an sich war ziemlich gut, was zum Großteil an der neuen Straße lag, die kurz nach der Grenzstadt Poi Pet anfing. Teilweise war die Straße zwar noch nicht fertig, d.h. es war oft eine breite rote Sandpiste durch die Reisfelder, auf der es sich jedoch ausgezeichnet fahren ließ. Auf etwa halber Strecke stieg einer der beiden Eimheimischen aus und wir konnten sehen, dass er für ein bisschen mehr als die halbe Strecke bis nach Siem Reap 21.000 Riel zahlen musste, für uns natürlich ein Grund zur Freude über unseren Preis. Nach etwa 4 Stunden Fahrt sind wir im strömenden Regen angekommen. Die Straße führte an unzähligen Hotelklötzen vorbei und ein wenig hatte man den Eindruck in Las Vegas den Strip hinunter zu fahren. Unser Taxifahrer ließ uns dann bei einem Tuk-Tuk-Fahrer raus und gab diesem Geld, damit er uns in die Stadt bringt. Der wollte uns natürlich NICHT zu dem Guesthouse fahren, dass wir uns ausgesucht hatten, sondern wollte lieber dort absetzen, wo er auch kräftig Provision erhält.
Schon wieder ne Abzocke! Nach langem hin und her brachte er uns zwar in die Straße, in die wir wollten, doch er hielt natürlich vor einem ihm bekannten Guesthouse. Wir haben uns auf das Spielfhen nicht eingelassen und sind mit Sack und Pack von Dannen gezogen. Wir brauchten nicht lange um ein Zimmer zu finden und damit war der Tag mit den ganzen Gaunereien vergessen. Wir haben jetzt ein Zimmer für 4 Dollar im "Mommy's Guesthouse" mit eigenem Bad. Die Familie die das Guesthouse führt, ist total nett und wir haben uns auf Anhieb wohl gefühlt. Wir sind relativ schnell in den Ort was Essen und als wir anschliessend wieder ins Guesthouse kamen, haben wir Martin aus Hamburg kennengelernt. Er ist Lehrer für Englisch und Geschichte und macht gerade ein Sabbat-Jahr um die Welt zu umrunden. Wir haben uns mit ihm für morgen früh verabredet und werden zusammen mit dem Rad nach Angkor fahren.
So, dass war es für heute, morgen steht uns einer der Höhepunkte der Reise bevor, auf den ich mich schön die ganze Zeit sehr gefreut habe!
So, dass war es für heute, morgen steht uns einer der Höhepunkte der Reise bevor, auf den ich mich schön die ganze Zeit sehr gefreut habe!
Also bis dann!
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1 Kommentare:
Wow, dass man gern mal abgezockt werden soll, ist ja recht normal als Tourist, aber so oft an einem Tag ist schon bemerkenswert.
Feilschen könnt ihr jetzt aber mit Sicherheit richtig gut, wenn man sieht was ihr für Preise hinkriegt^^