Dienstag, 30. September 2008

TAG 98 - TRAGISCHER ZWISCHENFALL

30.09.2008 - Aranyaprathet

Auf den heutigen Tag hätten wir beide gut und gerne verzichten können, denn während unserer Zugfahrt an die Grenze zu Kambodscha ist etwas sehr tragisches passiert.

Nach etwa der Hälfte der Fahrt hieltem wir an einem Bahnhof, als es plötzlich unruhig im Zug wurde. Mehr und mehr Leute wandten sich dem Bahnsteig zu um zu erkennen was dort vor sich ging. Auch wir haben kurz darauf versucht einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen, doch außer ein paar Bahnpolizisten und einer immer größer werdenden Menschentraube konnte man nichts sehen. Wenig später habe ich den Waggon verlassen um mir ein besseres Bild von der Lage zu machen, denn mittlerweile hatten wir bestimmt schon 20 min dort gestanden. Als erstes konnte ich sehen wie eine Krankentrage in den Waggon hinter unserem gebracht wurde, das zweite was mir anschliessend ins Auge fiel, war ein riesiger Blutspritzer an der Seite des Wagens. Er ging von einem Fenster aus und ein wenig weiter hinten hingen kleine rote Stückchen am Wagen, was mich das Schlimmste befürchten lies. Ein Thailänder bestätigte meine Vermutungen: während der Fahrt hatte jemand den Kopf aus dem offenen gestreckt und was dann passiert ist könnt Ihr euch denken. Geschockt berichtete ich Antonia von dem was geschehen war und auch sie konnte nicht fassen, was in etwa 10 m Entfernung von uns gerade passiert war. Wenig später war auch schon die Presse vor Ort und filmte und fotografierte. All das war für uns irgendwie unfassbar.

Was mich jedoch am meisten wunderte, war die Tatsache, wie die Leute mit dieser Sache umgingen. Niemand hinderte die Menschen daran sich die Leiche des Opfers anzuschauen oder sogar zu fotografieren. Nachdem wir eine Stunde lang gehalten hatten, wollten wir nachsehen, warum die Leute immer noch am fotografieren waren. Unseren Entschluss haben wir 
ziemlich schnell bereut, denn die Leiche lag immer noch an Ort und Stelle, ein Anblick den eigentlich niemand von uns beiden haben wollte. Schlimm war für uns auch die Tatsache, dass niemand die Kinder daran gehindert hat, sich das alles anzuschauen, es konnte einfach jeder dorthin gehen und sogar Bilder machen. Einfach nur schrecklich.

Nach mehr als eineinhalb Stunden fuhren wir dann weiter. Wir wissen nicht ob man die Leiche überhaupt aus dem Zug entfernt hat, sie lag in einem kleinem Abteil, das eine Tür hatte. Nachdem was wir heute erlebt haben, wäre es den Thailändern wirklich zuzutrauen, dass sie sie 
einfach haben liegen lassen, man hat nichtmal das Blut an der Außenseite des Waggons entfernt.

Gegen halb 8 Uhr sind wir dann in Aranyaprathet angekommen und haben uns in ein Hotel fahren lassen, das wir uns im Reiseführer rausgesucht hatten. Wir waren dann noch etwas essen und sind dann direkt ins Bett. Damit wäre der traurigste Tag unserer Reise beschrieben. Morgen werden wir dann versuchen bis nach Siem Reap in Kambodscha zu kommen.

Bis denn!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo ihr zwei!
das tut mir sehr leid,dass ihr sowas sehen musstet.in meinem beruf gehörn solche sachen leider auch mit dazu...ich hoffe ihr werdet das bald vergessen
gina

Anonym hat gesagt…

Das ist echt nicht in Ordnung, wie die damit umgehen...
Kann ja in der ganzen Zeit nicht so schwer sein, die Leiche wegzutranspotieren. Ne Trage war ja sogar da. =/

Das ganze hört sich ziemlich übel an...