10.09.2008 - Boten
Meine schlimmsten Befuerchtungen hatten sich bewahrheitet... das Aufstehen fiel mir heute besonders schwer. Nach einer sehr kurzen Nacht, in der ich auch nicht besonders viel gepackt hatte, musste ich um halb 7 Uhr raus um zu duschen und den Rest zu packen. Nach der kalten Dusche lief es ein wenig besser, aber auch noch net rund, sodass ich mehr oder weniger schlecht gelaunt den 6 Stunden im Minibus entgegensah. Die Fahrt war mehr oder weniger langweilig und dauerte doch etwas laenger als 6 Stunden. Die Strassen waren in einem miserablen Zustand. Fahrbahndecken waren, soweit vorhanden, von Schlagloechern durchzogen, in denen man ein Kind haette baden koennen. Manche Strassen waren so ausgefahren, dass man durch puren Schlamm fuhr. Alles war nicht gefaehrlich oder so, doch es kostete unheimlich viel Zeit. Als wir dann abends in Boten, der Grenzstadt angekommen waren, mussten wir leider feststellen, dass die Grenze bereits geschlossen war und wir uns nun eine Bleibe fuer die kommende Nacht suchen mussten.
Die Wahl nach einer Unterkunft fiel uns nicht schwer, denn in Boten gibt es nur ein einziges Hotel, genauer ein Hotel-Casino, ein Las Vegas fuer die Chinesen, denen im eigenen Land das Gluecksspiel verboten ist. Das Hotel sah von aussen ganz gut aus, doch von Innen konnte es nur mit seiner totalen Stillosigkeit glaenzen. Die Enttaeuschung ging an der Rezeption weiter, denn niemand verstand auch nur ein Wort Englisch, nur Chinesisch. Ein Fuehrer einer Daenischen Reisegruppe musste dann fuer uns uebersetzten: pro Doppelzimmer 380 Yuan, mehr als 40 Euro, und wir konnten nur in chinesischer Waehrung zahlen. Gluecklicherweise konnte man im Casino wenigstens Dollars wechseln, der Kurs war zwar gelinde gesagt eine Sauerei, aber uns blieb ja nichts uebrig. Nachdem wir den ganzen Tag im Bus verbracht hatten, nahmen wir erstmal eine Dusche und machten uns dann auf die Suche nach etwas Essbarem. Im Ort haben wir uns dann fuer ein chinesisches Restaurant entschieden in dem wir uns erstmal im Kuehlschrank das Fleisch, dass wir wollten, aussuchen mussten. Das Essen war eigentlich ganz ok, doch die Rechnung anschliessend hat unsere Laune direkt wieder getruebt. Auch diesmal sollten wir in Yuan bezahlen, der chinesischen Waehrung, doch wir hatten nur Kip aus Laos und bis wir die Chinesen soweit hatte, verging eine Weile. Wir argumentierten, dass wir ja schliesslich noch in Laos seien, doch die Gegenseite meinte, sie seien ja schliesslich Chinesen... jaja... beschraenkte Chinesen.
Anschliessend haben wir uns dann in unsere muffeligen Zimmer verzogen, denn trotz des guten Aussehens und der schoenen Baeder, waren die Zimmer verqualmt und feucht von der Klimaanlage. Ich hatte die ganze Nacht ueber das Gefuehl ich rieche Schimmel unter meiner Bettwaesche, also von einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhaeltnis konnte man wohl nicht sprechen. Natuerlich habe ich mir auch das Casino angeschaut, in der Hoffnung eine Runde Poker oder Roulette spielen zu koennen. Leider spielten die Chinesen irgendwie nur ein einziges Spiel, ich glaube Bacarrat oder so aehnlich, dass ich beim Zuschauen auf jeden Fall gar nicht verstanden habe. Es war auch wenig vom Vegas-Flair zu spueren, denn alles wirkte irgendwie wie in einer Bahnhofshalle deponiert.
Soviel also zu Laos Vegas, morgen fahren wir dann hoffentlich weiter, niemand von uns will hier auch nur eine Nacht laenger bleiben. Wenn es um den Ersteindruck geht, dann haben die Chinesen es heute aber mal gehoerig versaut. Man kann noch sagen, dass es sich bei Boten um eine Grenzstadt handelt, aber dass die Chinesen hier so eine Art Enklave gegruendet haben, missfaellt mir allerdings sehr. Vielleicht bzw. hoffentlich wird es in China selbst besser.
Bis denn und Gute Nacht!
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1 Kommentare:
sehr seltsam, wies in dem dorf abläuft...und ein kasino in dem man nur bacarrat spielen kann...voll unnötig...