Sonntag, 10. August 2008

TAG 46 - LINKSHERUM

09.08.2008 - Sydney

Heute war ein sehr aufregender Tag in zweierlei Hinsicht, denn erstens haben wir viel erlebt und zweitens haben wir uns viel aufgeregt. Zuerst einmal mussten wir frueh raus, denn schliesslich sollte es sich ja lohnen, dass wir heute ab 8 Uhr ein Auto gemietet hatten. Nach dem fruehstueck sind wir direkt zu AVIS und wollten unseren kleinen Hyundai abholen, doch trotz Reservierung war keiner Verfuegbar. Da wir aber in ein Auto in der Klasse des Hyundai reserviert hatten, musste AVIS fuer Ersatz sorgen und so bekamen wir einen Toyota Prius, ein Hybridfahrzeug. Fuer alle die nicht wissen was ein Hybrid ist, ein Hybrid hat neben dem normalen Motor einen Elektromotor und eine Batterie. Die Batterie wird immer dann geladen wenn das Auto gebremst wird oder am Rollen ist und sobal es sich anbietet (bei unter 40 km/h) schaltet sich der normale Motor aus und man Faehrt mit Elektromotor solange die Batterie mitmacht oder man nicht schneller faerht. Da in Australien Linksverkehr herrscht und wir uns nicht noch mit einem Schaltknueppel auf der falschen Seite quaelen wollten, hatten wir natuerlich ein Automatikfahrzeug. Da der Prius ein Auto ist, dass besonders umweltfreundlich sein soll und wenig verbrauchen soll, waren wir eigentlich sehr froh darueber, dass der andere Wagen nicht verfuegbar war, denn wir mussten ja auch spaeter nochmal volltanken. Wir brauchten aber erstmal eine kleine Einfuehrung, denn niemand von uns ist ja bisher mit einem Hybrid gefahren. Eigentlich ist es auch nicht viel anders, ausser dass man halt keine Kupplung, der Motor per Knopf gestartet wird und die Handbremse per Fuss festgestellt und geloest wird. Das Einzige, dass wirklich anders ist und total ungewohnt wirkt, ist die Tatsache, dass sich der Motor andauernd ein- und ausschaltet man aber trotzdem fahren kann. Die ersten Meter waren natuerlich total ungewohnt, doch nach kurzer Eingewoehnung war es gar nicht mehr so schwer. Zur Erleichterung haben wir uns ausserdem noch ein Navigationssystem geleistet, damit wir uns auch voll und ganz darauf konzentrieren konnten nicht auf der falschen Seite zu fahren. Es gab dann nur noch eine weitere Sache auf die wir achten mussten: Mautstrassen. In und um Sydney muss man fuer die Nutzung einiger Strassen Maut bezahlen. Manche akzeptieren Bargeld so wie es in Frankreich auch geht, doch die meisten Mautstrassen kann man nur befahren, wenn man ein kleines Geraet im Auto hat, dass automatisch alles registriert und den Betrag dann vom Konto abbucht. Der Mietwagen hat dieses Geraet (wie war es anders zu erwarten) natuerlich NICHT und so mussten wir aufpassen nicht versehentlich auf eine dieser Strassen zu geraten.

Auf dem Weg in die Stadt Katoomba in den Blue Mountains mussten wir nur ueber eine Mautstrasse fahren und die konnte man mit Bargeld bezahlen. Diesem Motorway No. 4 folgten wir dann bis zum Fuss der Blue Mountains und dort wurde diese Strasse dann der Great Western Highway. Highway heisst in diesem Fall eigentlich nicht viel, man darf maximal 80 km/h fahren doch links und rechts gibt es Radwege. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten wir dann Katoomba erreicht und sind dann zum Echo Point gefahren von wo aus man eine wunderschoene Aussicht ueber die Berge und die Three Sister hat, einer dreiteiligen Felsformation ziemlich nahe am Aussichtspunkt. Dort haben wir es wegen des starken Windes und 6 Grad trozt Sonnenschein nicht lange ausgehalten uns sind dann in den Ort zurueckgefahren um in einem kleinen Cafe etwas zu essen. Anschliessend haben wir uns im Supermarkt noch mit ein wenig Proviant eingedeckt und sind dann weiter zur Scenic World gefahren, etwa 10 min von Katoomba entfernt. Auf dem Weg dorthin hat Antonia zuerst mal probiert auf der rechten Strassenseite zu fahren, was ja im Linksverkehr falsch ist, da aber gerade niemand anders in der Naehe war, hatte es keine Konsequenzen. Die Scenic World bietet mehrere Fahrattraktionen wie eine Seilbahn ins Tal, die steilste Eisenbahn der Welt und eine Seilbahn quer ueber die Schlucht und ueber die Katoomba Falls. Wir haben uns fuer eine Fahrt auf der letzteren entchieden und sind dann in etwa 220 m Hoehe ueber die Wasserfaelle gefahren. Eine Besonderheit bei dieser Gondel war der Glasboden in der Mitte, der einem den Eindruck vermittelte direkt ueber dem Abgrund zu stehen, was ja auch irgendwie stimmte.

Kurz darauf machten wir uns dann auf den Weg zum Featherdale Wildlife Park, der etwa auf halber Strecke zurueck nach Sydney liegt. Dort konnten wir dann Kaengurus fuettern und streicheln und Koalas sehen und ebenfalls streicheln. Es gab noch Emus, Wombats, Tasmanische Teufel, Dingos u.v.m. doch die Koalas hatten es uns am Meisten angetan weil sie einfach so kuschelig aussahen. Auch die Kaengurus waren richtig schoen und hatten im Vergleich zu den Koalas sogar ein richtig weiches Fell. Als wir dann von Featherdale weiter nach Bondi Beach in Sydney wollten, bekamen wir es zuerst mal mit der Panik zu tun. Wenige Minuten nachdem wir am Park losgefahren waren, kamen wir auf eine grosse Strasse und sahen bald Schilder die verlauten liessen "T-Way Cameras Ahead - Authorized Vehicles Only". Das hiess fuer uns ungefaehr sowas wie T-Way = Toll Road = Maut Strasse = HIER NICHT FAHREN und so haben wir unserem Navi widersprochen und sind links in ein Industriegebiet abgebogen um uns zu beraten. Aus dem Industriegiet fuehrte kein anderer Weg hinaus als der den wir gekommen waren und den wollten wir nicht mehr nehmen denn ein weiteres Schild in diese Richtung versprach 220 A$ Strafe und sowas wie Punkte in Flensburg. Irgendwann waren wir dann ratlos, doch als eine Frau in unserer Naehe parkte hatten wir endlich die Chance ein grosses Missverstaendnis, dass uns fuer mindestens 30 min aufhielt, aufzuloesen. Auf Nachfrage erklaerte sie mir naemlich, dass die Strasse nicht Mautpflichtig sei sondern nur 2 weitere Spuren haette, die fuer Public Transporttation (daher T-Way) reserviert seien. Also fuhren wir erleichtert weiter, doch dann wollte uns das Navi auf den Motorway No. 7 lotsen, von dem wir aber nun wirklich wussten, dass es eine elektronische Mautstrasse ist. Auch hier waren wir relativ lange planlos und irgendwann lagen dann unsere Nerven blank. Langsam wurde es dann auch dunkel und nach einem kleinen Disput haben wir dann doch irgendwie einen Weg auf den anderen Motorway gefunden. Nach unserer Irrfahrt sind wir dann doch noch irgendwie in Bondi Beach gelandet. Dort haben wir dann eine kleine Runde ueber den Strand gedreht und haben uns die grossen Wellen angeschaut. Da es mittlerweile komplett dunkel war, sind wir nicht lange geblieben und haben uns dann auf den Weg zum Hostel gemacht. Bei der dortigen Parkplatzsuche hatte ich dann auch mein Erlebnis mit dem Linksverkehr und bin ein Stueck falsch gefahren, alles jedoch ohne Folgen und auch einen Parkplatz haben wir dann gefunden.

Im Hostel haben wir uns dann zur Staerkung Steaks, Bratkartoffeln und Brokoli gemacht. Bei den gegebenen Umstaende haben wir das Beste daraus gemacht und so war es zwar nicht so gut wie zuhause aber dennoch spitze. Danach haben wir uns wieder unser Auto geschnappt und sind noch einmal selbst ueber die Harbour Bridge gefahren. Auf der anderen Seite haben wir dann einen Aussichtspunkt gesucht um ein Bild von der Oper und der Bruecke bei Nacht zu machen. Mittlerweile war es dann aber schon fast 2 Uhr morgens und wir sind dann relativ schnell wieder zurueck, haben dass Auto getankt (15 Liter fuer 300 km) und in einer Seitenstrasse bei der Autovermietung abgestellt. Morgen frueh haetten wir es wohl nicht mehr geschafft das Auto zurueckzubrigen, da die Strassen morgen wegen eines Volkslaufes ab 8 Uhr gesperrt werden. Mal sehen wie das so wird, es werden 60.000 Menschen mitlaufen.

So, das war ein sehr vollgepackter Tag und er war super anstrengend. Mal sehen ob wir das Tempo morgen so hoch halten koennen, soviel Zeit haben wir ja leider nicht mehr in Sydney.

Viele Gruesse aus Down Under!

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