Dienstag, 10. Februar 2009

TAG 231 - SPUREN DES TERRORS

10.02.2009 - Mumbai

Heute morgen haben wir erstmal um 9 Uhr ausgecheckt und uns auf den Weg zum Leopold Cafe gemacht um dort eine Kleinigkeit zu fruehstuecken. Dort konnte man noch deutlich die Spuren des Terroranschlags in Form von Einschussloechern in Fenstern und Waenden gesehen. Es war schon ein ziemlich komisches Gefuehl dort zu sitzen und etwas zu trinken, auf jeden Fall haben wir eine Kleinigkeit fuer die Familien der getoeteten Angestellten gespendet. Anschliessend sind wir zum Taj Mahal Hotel gelaufen, dessen alter Bau seit den Anschlaegen geschlossen ist und zur Zeit renoviert wird. Hier sieht man aeusserlich nicht wirklich was, aber man kennt ja die Fernsehbilder und auf einmal an solch einem Ort zu sein ist schon ein ziemlich bedrueckendes Gefuehl. Wir sind dann einmal in den ziemlich charmelosen Neubau des Hotels gegangen (sieht von aussen wie ein Betonklotz aus) und mussten dabei durch drei Sicherheitskontrollen. Die Lobby war dann ziemlich beeindruckend und hinter dem Tisch des Managers konnten wir dann auch eine Gedenktafel wegen des 26. Novembers sehen. Draussen vor dem Hotel befindet sich auf einer Art Kai direkt am Meer das Gateway of India, eine Art Triumphbogen, dass zu Ehren der englischen Koenigin und Koenig errichtet wurde. Von dort aus sind wir nach Colaba auf einen kleinen Markt, wo wir dann auch mal guenstiger ins Internet gekommen sind und ausnahmsweise mal nicht unsere Passnummer angeben mussten. Dort haben wir dann auch eine tolle kleine Boulangerie gefunden, die von einer Frau und ihrer Tochter gefuehrt wird (beide haben sich suessen Desserts verschrieben und einen Traum verwirklicht) und bietet alles moegliche vom Kaesekuchen bis zum Brownie an. Nachdem wir uns die Baeuche vollgeschlagen hatten, wurde es langsam Zeit den Zug nach Jaipur zu nehmen. Wir mussten erstmal zum CST und von dort mit einer komplett ueberfuellten Suburban Railway nach Bandra. Auf der Fahrt sahen wir einige andere Zuege, auf denen die Leute sogar auf den Daechern sassen (die Zuege fahren mit Strom aus Oberleitungen!!!). In Bandra mussten wir dann erstmal einen Weg finden um tortz Wartelisten-Tickets (Nr. 155 und 156) ein Bett zu bekommen. Unsere Hoffnungen waren trotz Zusage des Station Masters am CST umsonst, denn beide Train Conductors hatten fuer unser Anliegen kein offenes Ohr und so mussten wir mit samt Gepaeck auf dem Gang schlafen. Wir haben uns dann vor einer Seitentuer breit gemacht und diese von Innen abgesperrt, damit wir unsere Ruhe haben. Die waehrte natuerlich nur so lange, bis ein uneinsichtiger (er wollte einfach nicht den anderen Ausgang nehmen) Inder den Aufstand probte und es beinaechst zu einem Handgemenge gekommen waere. Ein bis zwei Stunden spaeter waere es dann nochmal beinahe zu einer Eskalation gekommen, nachdem ein Inder uns erst aufscheuchte und mir dann selbst den Weg versperrte als ich an einem Bahnhof kurz rauswollte. Er wollte direkt handgreiflich werden als ich versuchte mich durchzuquetschen und als ich dann sein Wasserfall Hindi nachaeffte (ich weiss, das war gemein) waere er fast ausgerastet. Was lernen wir aus der Geschichte? Nehme nie einen Nachtzug ohne ein reserviertes Bett. Als wir schliesslich um kurz vor 6 Uhr morgens in Ahmedabad ankamen, wechselte der Train Conductor und der Neue konnte uns endlich zwei leere Betten zuweisen.

Also sind wir doch noch anstaendig ins Bett gekommen, obwohl es vorher gar nicht so schlimm war, wenn man mal von den rumstressenden Indern (eigentlich wie immer) absieht.

Bis denn!

0 Kommentare: