29.10.2008 - Hue
Eigentlich hatten wir die Faxen dicke, doch einen besuch in der DMZ liessen wir uns nicht nehmen, es war schliesslich der Hauptgrund fuer unsere Reise nach Hue. Kurze Anmerkung vielleicht noch: Also ich garantiere nicht fuer die Richtigkeit der Dinge, die ich hier ueber den Vietnamkrieg und die DMZ erzaehle, am besten schaut ihr euch mal den Wikipedia Beitrag dazu an, um mehr Infos ueber das Thema zu erhalten, vielleicht ist es dann auch verstaendlicher was ich hier erzaehle, da ich ja so net jede Einzelheit hier beschreiben kann. Wir hatten ja fuer heute die Tour gebucht, also hiess es frueh aufstehen und auf die Socken machen, schlieslich lag ein langer Weg vor uns. Nach etwa zweistuendiger Busfahrt haben wir erstmal in Dong Ha Halt gemacht um einige Leute in einen anderen Bus nach Laos umsteigen zu lassen und um eine Fruehstueckspause zu machen. Bei unserer Tour war das Fruehstueck inklusive, sodass wir in einem speziellen Restaurant ausgestiegen sind, wo wir auch gleichzeitig unsere Fuehrerin aufgabelten. Als diese uns waehrend der Weiterfahrt unser Tagesprogramm vorstellte, stellte sich schnell heraus, dass dieses in vielerlei Hinsicht von denen abwich, die den Teilnehmern bei der Buchung gezeigt wurde. Eigentlich sollten wir ein Hilltribe Dorf und einen Strand besuchen, doch beide sollten wir nur im Vorbeifahren sehen. Andere Punkte wie der Rockpile und der Ho-Chi-Minh-Trail sollten wir mit kurzen Fotostops abhaken, wovon vorher keine Rede war. Das fanden viele im Bus sehr ernuechternd, da ihnen das vorher nicht so dargestellt wurde, auch uns nicht, doch aendern konnte es niemand mehr. Unsere Erster Fotostop war dann auch der Rockpile, ein einsamer felsiger Berg den die Amerikaner waehrend des Krieges als Aussichtsposten benutzten. Nach 5 Minuten ging es direkt weiter zum Ho-Chi-Minh-Trail, wobei es diesen heute nicht mehr gibt. Es handelte sich zur Zeit des Vietnamkriegs dabei um ein gut ausgebautes Wegenetz von Nord nach Sued um Befreiungskaempfer im Sueden zu Unterstuetzen und um sich einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Die Vietnamesen legten diese Wege durch den Dschungel so an, dass sie nahezu "unsichtbar" fuer den Feind waren, woraufhin die Amerikaner das Entlaubungsmittel "Agent Orange" benutzten um die Wege sichtbar zu machen. Wir hielten an einer Haengebruecke, die ueber den Ben Hai Fluss fuehrt, der als Grenze zwischen Nord- und Suedvietnam diente (gleichzeitig die DMZ), und unsere Fuehrin erklaerte uns, dass der Ho-Chi-Minh-Highway auf der anderen Seite der Bruecke teilweise auf dem alten Ho-Chi-Minh-Trail-System verlaeuft. Also auch nicht besonders spektakulaer, haette mir da eher was anderes drunter vorgstellt. Schnell ging es dann zur eigentlichen Hauptattraktion des Vormittags weiter, einer alten amerikanischen Armeebasis, genauer Keh Sanh, die nach mehr als zweimonatiger Belagerung gefallen ist. Auch hier ist von der eigentlichen Basis nicht mehr viel uebrig geblieben, zum Teil auch dadurch, dass die Amerikaner nicht zurueck lassen wollten und alles bombadiert haben, sodass die Vietnamesen es nicht mehr nutzen konnten. Es gab noch zwei kleine Bunker aus Sandsaecken, einen Huey-Helikopter, ein paar Panzerwrack und einen riesigen Chinook Transport Hubschrauber. Das kleine Museum in der Mitte der Anlage war leider schnell abgehakt, sodass es auch hier relativ gehetzt weiterging, bzw. zurueck nach Dong Ha ging, um dort zu mittag zu essen. Eigentlich ziemlich umstaendlich, aber man wollte uns natuerlich in dem Restaurant rauslassen, in dem wir bereits gefruehstueckt hatten.
Wir, und eigentlich die ganze Gruppe, haben uns dann zum Essen irgendwo anders hin verzogen, wo es bedeutend guenstiger war. Anschliessend ging die Hetzjagd durch die DMZ weiter. Wir sind diesmal mit dem Bus weiter in Richtung Norden gefahren und haben schliesslich das Zentrum der DMZ durchquert, eine Ebene mit vielen Reisfeldern, in deren Mitte der Ben Hai Fluss Nord- von Suedvietnam trennt bzw. trennte. Auch das war einer der vielen Punkte auf der Agenda fuer unseren Trip, doch auch hier brausten wir nur durch und bekamen die wichtigsten Infos von unserer Fuehrerin ueber Lautsprecher. Die naechste und gleichzeitig letzte Station vor der Rueckfahrt nach Hue waren dann die Vinh Moc Tunnel. Dort lebten Dorfbewohner ueber 2 Jahre lang unter der Erde um den Bombenangriffen der Amerikaner zu entgehen. Die Tunnel wurden alle von Hand in den Fels getrieben und liegen teilweise bis 23 m unter der Erde. Es gab sogar eine Krankenstation in der 17 Kinder geboren wurden. Wir sind selbst in die Tunnel hinabgestiegen und es war teilweise bedrueckend eng und wenn man sich dann ueberlegt, dass hunderte Menschen hier lebten und ueber ihnen tagtaeglich Bomben einschlugen, dann jagt es einem schon einen kalten Schauer ueber den Ruecken. Die Fuehrung durch die Anlage und das kleine Museum waren der absolute Hoehepunkt des Tages. Einige der Ausgaenge des Tunnelsystems fuehren zur felsigen Kueste und bieten einen tollen Ausblick, wobei das die Dorfbewohner wohl kaum gekuemmert haben wird. Hier blieben wir auch ein wenig laenger, doch alles hat einmal ein Ende und im stroemenden Regen (den ganzen Tag ueber ging es noch) fuhren wir wieder zurueck nach Hue. Auf dem Rueckweg kamen wir wieder durch Dong Ha und liessen dort Katharina raus, da sie von dort aus weiter nach Hanoi fuhr. Nach mehr als zwei Stunden Fahrt stiegen wir in Hue wieder im knietiefen Wasser aus, am Wetter hatte sich hier also nichts geaendert.
Nun, ich will mal ein kleines Fazit vom heutigen Tag ziehen. Also von dem was uns versprochen wurde, war am Ende nicht besonders viel uebrig. Fuer 16 Dollar pro Person sind wir heute eigentlich hauptsaechlich nur im Bus unterwegs gewesen. Die Tunnel haben das ganze am Ende nochmal ein wenig rausgerissen, doch ansonsten waren wir beide etwas enttaeuscht von dem Tagesausflug. Immerhin haben wir uns nicht vom schlechten Wetter abschrecken lassen und haben die "Hauptattraktion" besucht. Natuerlich wurde das ganze mal wieder nur aus der Sicht der Vietnamesen dargestellt, was aber eigentlich legitim ist, schliesslich haben es die Amerikaner nicht anders gemacht. Alles in Allem war die Tour zwar ok, aber mal wieder zu teuer.
So, morgen werden wir abends weiter nach Hanoi fahren und vielleicht endlich dem Regen entgehen. Vormittags haben wir dann noch Zeit um uns die Zitadelle und die alte Kaiserstadt hier in Hue anzuschauen.
Bis denn!
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