18.10.2008 - Phu Quoc
Für heute hatten wir uns, wie gestern bereits erwähnt, zwei Roller organisiert. Eigentlich wollten wir schon früh los, was leider nicht ganz geklappt hat. Wir haben erstmal gefrühstückt und haben dann erstmal die Roller abgeholt. Wir bekamen noch zwei Helme dazu und konnten ohne Zahlung einer Kaution und ohne etwas zu hinterlege, davon brausen. Unseren Führerschein wollte erst recht niemand, es ist sowieso zu bezweifeln, dass hier überhaupt jemand sowas besitzt. Wir haben uns auf den 200 m bis zu unserer Unterkunft dann erstmal mit der Schaltung der beiden Gefährte vertraut gemacht, was aber äußerst einfach war. Nachdem wir unsere sieben Sachen gepackt hatten, konnte es endlich losgehen. Erster Halt war an der nächsten Tankstelle, Sprit war im Ausleihen nicht inbegriffen. Wir haben beide dann knapp 2 Liter getankt (1 Liter = 16500 Dong = 0,75 €) und sind dann weiter in die Stadt um die Boots- und Bustickets für unsere Rückfahrt zu organisieren. Zuerst sahen wir uns mit dem Fakt konfrontiert, dass die Tickets für unser Rückfahr-Datum bereits ausverkauft waren. Da wir wegen unseres Open-Bus-Tickets aber am 21.10. Abends um 8 Uhr wieder in Ho-Chi-Minh-Stadt sein müssen, würde uns nur die Möglichkeit bleiben für jeweils 50 $ zurück zu fliegen. Wir haben trotz schlechter Aussichten in anderen Agenturen weiter gefragt und doch noch Tickets für das erste Boot morgens bekommen.
Erleichtert sind wir dann erstmal an den Hafen gefahren und haben uns die tollen Fischerboote angeschaut. Von dort aus ging es dann weiter Richtung Norden, wir wollten ja schließlich eine Runde um die gesamte Insel drehen. Am Ortsausgang von Duong Dong hörte die geteerte Straße auf und es ging von dort an nur noch auf Schotter und Sand weiter. Nach etwas mehr als 10 km kamen wir ins erste Dorf und wurden direkt von winkenden Kindern begrüßt. Wir sind dann nochmal etwa 10-15 km weiter, bis wir schließlich an einem einsamen und wunderschönen Strand landeten. Er erstreckte sich ewig weit und wenn man von ein bisschen angeschwemmten Müll absieht, war es einfach traumhaft und noch dazu absolut einsam. Auch auf der weiteren Fahrt wurde immer deutlicher, dass es außer im Hauptort Duong Dong fast keinen Tourismus auf der Insel gibt. Phu Quoc ist jedoch so mit fantastischen Sandstränden gesegnet und birgt solch ein Potenzial, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis es hier so aussieht wie auf Koh Samui in Thailand.
Nach dem Badestopp haben wir uns erstmal verfahren, was aufgrund der fehlenden Straßenschilder und der schlechten Karte aber auch irgendwann zu erwarten war. Die Einheimischen konnten uns auch nicht wirklich weiterhelfen und so blieb uns nichts anderes übrig als die paar Kilometer bis zur letzten Kreuzung zurück zu fahren. Eigentlich wollten wir bis zur Nordspitze der Insel, doch da wir die Abzweigung einfach nicht finden konnten, mussten wir den Weg quer durchs Innere der Insel nehmen. "I looked into the eye of this island, and what I saw... was beautiful.". Die 18 km bis zum nächsten Dorf führten uns über schlaglochfreie Schotterpisten direkt durch den Dschungel. Die Straße war neben den geteerten im Ort mit die Beste auf der Insel und teilweise konnte man schon ziemlich schnell fahren. Als wir dann endlich in dem Dorf ankamen, mussten wir uns zuerst mal versorgen. Mein Roller bekam einen Liter Sprit und Antonia und ich bekamen eine hervorragende Nudelsuppe und ein Wasser. Nach unserer kleinen Rast fuhren wir weitere 13 km bis zur Ostküste. Wir hielten nochmal Ausschau nach einem schönen Strand, doch da die Straße ziemlich weit weg von der Küste verlief, blieben unsere Bemühungen ergebnislos. Langsam wurde es dann auch dunkler und wir hatten noch ein gutes Stück vor uns, sodass wir uns ein wenig sputen mussten.
Nachdem wir eine Weile gefahren waren, änderte die Straße wie aus dem Nichts ihr Aussehen. Die abschüssige Fahrbahn war vom Regen total ausgewaschen und mit tiefen Rillen pdurchzogen. Zu allem Überfluss kreuzte ein Fluß die Straße und wo eigentlich eine Brücke sein sollte, waren nur noch ein paar Holztrümmer übrig. Eigentlich hatten wir nur die Möglichkeit den Weg den wir gekommen waren, wieder komplett zurück zu fahren, das hätte wahrscheinlich ewig gedauert. Also standen wir erstmal ratlos da, bis wir auf einmal einen Roller auf der anderen Seite hörten. Kurz darauf sahen wir ihn auch kurz und als er dann plötzlich auf unserer Seite aus dem Wald kam, waren wir äußerst erleichert und ließen uns direkt die Umleitung von dem anderen Fahrer zeigen. Diese führte zwar auch über steile und ausgewaschene Wege, aber es gab zwei improvisierte Holzbrücken. Der weitere Weg war mindestens genauso abenteuerlich und führte über schmale Wege und wackelige Bambusbrücken. Am Ende wurde die Straße wieder besser und es gab dann auch wieder betonierte Brücken. Kurz bevor wir den Fährhafen (und damit die geteerte Straße) erreichten, haben wir nochmal irgendwo im Nirgendwo an einer Hütte einen Liter getankt. Es war eigentlich schon richtig knapp bei mir, denn mein Tank war schon über einen längeren Zeitraum im roten Bereich und wir mussten noch mehr als 20 km bis zu unserer Unterkunft zurücklegen. Jetzt musste ich auch nichtmehr so auf den Verbrauch achten und wir konnten auf dem letzten Stück wieder richtig heizen.
Der Tag war super gelaufen und wir waren richtig froh, dass keinem von uns beiden etwas passiert war, doch wir waren noch nicht wieder am Hotel und da musste es dann doch noch passieren. An einer roten Ampel im Ort wollte ich neben Antonia fahren und musste dazu vom Teer runter auf den sandigen Seitenstreifen. Irgendwie bin ich dabei aber mit dem Hinterrad weggerutscht und bin dann natürlich gefallen. Am Schienbein und am Ellenbogen hatte ich zwei ordentliche Schürfwunden, aber ansonsten war alles ok. Es kamen auch direkt andere Leute und boten ihre Hilfe an. Eine Vietnamesin kam mit einem Päckchen Verbandszeug bot es uns an und meinte "It's good, it's from Germany!", worauf wir erwiderten, dass wir auch aus Deutschland kommen, was die Frau total faszinierend fand. Wie sie an da Päckchen gekommen war stellte sich auch schnell heraus, denn ihr Mann ist Deutscher und ganz stolz hat sie uns dann berichtet, dass sie schonmal in Berlin war und dort mit ihrem Mann Harley-Davidson gefahren ist. Zufälle gibt's vielleicht im Leben, da leg ich mich dort auf die Schnauze wo eine deutsches Verbandszeug hat, weil sie mit nem Deutschen verheiratet ist. Wir haben die Wunden dann versorgt und sind dann zurück gefahren, doch leider mussten wir feststellen, dass der Roller auch ein paar Macken hatte und das Schaltpedal ein wenig verbogen war. Wir waren dann erstmal besorgt, was die Vermieter dazu sagen würden, doch das war uns erstmal egal, denn nach unserer Ankunft sind wir erstmal ins Meer (die Wunde hat vielleicht gebrannt!) und anschliessend haben wir noch zu Abend gegessen. Danach kam dann die Stunde der Wahrheit, aber es war besser als wir erwartet hätten. Die Familie wollte nur 40.000 Dong (= 2 €) mehr für die Reperatur, was für uns auf jeden Fall ok war, sie hätten die Situation auch schamlos ausnutzen können.
So fand der wunderschöne Tag nach einem kleinen Tiefschlag doch noch einen versöhnlichen Abschluß. Auf jeden Fall können wir nach dem heutigen Tag sagen, dass wir die Insel zur richtigen Zeit besucht haben, denn untouristischer als jetzt wird sie wohl nichtmehr werden. Teilweise war es schon wie im Paradies heute, der einsame Strand, die Fahrt durch den Dschungel, einfach kllasse! Und das Beste ist, dass wir noch ein paar Tage hier sind! *gg*
Viele Grüße an alle!
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1 Kommentare:
0,75€/L fürs Benzin, solche Preise möchte ich bei uns auch haben ^^