Sonntag, 21. September 2008

TAG 89 - DER ORT DER TAUSEND NAMEN

21.09.2008 - Shangri-La

Heute Morgen haben wir auf ein umfangreiches Fruehstueck verzichtet und uns stattdessen ueber unsere Vorraete an Brot und Dosenwurst hergemacht um uns dann anschliessend an den Busbahnhof fahren zu lassen. Um 10 vor 9 Uhr gings dann los in Richtung Shangri-la bzw. Zhongdian bzw. Diquin oder wie ich zu sagen pflege: der Ort der tausend Namen. Dies wurde uns schnell bei der Suche nach dem Flughafen bewusst, da wir von hier aus nach Kunming zurueckfliegen werden. Wir hatten so unsere Probleme bei der Flugsuche. Naja, jedenfalls war die Fahrt nach Shangri-la einfach nur traumhaft. Wir hatten einen richtig guten, neuen und geraumigen Bus doch das weit wichtigere Highlight war die Fahrt selbst. Die Strasse fuehrte zu allererst am Jangtse vorbei und anschliessend durch die Tiger Leaping Gorge. Diese Schlucht ist ein bekanntes Trekkingrevier und laedt Extremsportler zum Raften ein. Viel wichtiger aus unserer Sicht war jedoch die traumhafte Aussicht, die sich uns von der Straße aus auf die Schlucht mit ihren schroffen Felswänden und zahlreichen Staudämmen bot. Langsam aber sicher arbeiteten wir uns auch in Richtung 3200 m Hoehe vor. Die Natur veraenderte sich auch ein wenig, statt Bergen mit dichbten Waelderm sahen wir nun tundraartige Ebenen. Die Architektur veraenderte sich in Richtung der typischen tibetischen Bauweise.

Nach etwa 4 Stunden Fahrt kamen wir am Busterminal von Shangri-la an. Unser Guesthouse hatten wir mal wieder ueber Hostelworld gebucht und daher machten wir uns direkt auf die Suche nach einem Taxi in die Altstadt. Da die Taxis nicht gross genug sind fuer 6 Personen mit den grossen Rucksaecken, mussten wir und aufsplitten. Antonia, Gina und ich fuhren zuerst und die anderen kamen nach. Waehrend wir dann auf die anderen warteten, machte sich Antonia schonmal ohne Gepaeck auf die Suche nach dem "Ge Sang Garden Inn", so der Name unserer Unterkunft. Als Rosel, Gerhard und Conny dann ankamen, war Antonia noch unterwegs und so entschieden sich Rosel und Conny ihrerseits in einem Internationalen Youth Hostel nach dem Weg zu fragen. Fuenf Minuten spaeter waren die beiden wieder da und wussten den Weg, wohingegen Antonia immer noch nicht zurueck war. Wir warteten und warteten, doch Antonia war nirgends zu sehen. Nach 20 Minuten machten wir uns langsam sorgen, doch irgendwann kam sie am Ende der Strasse mit zwei anderen Touristen angelaufen, doch dann blieb sie wieder stehen und redete wieder mit anderen und wir wurden langsam ungeduldig. Als sie dann endlich wieder zu uns stiess, erzaehlte sie uns, dass sie das Guesthouse nicht gefunden hatte. Naja, wenigstens wussten es die anderen und so konnten wir uns endlich auf die Socken machen.

Nach dem Bezug unserer Zimmer (auch der verzoegerte sich, da bei der Buchung etwas schiefgegangen war) machten wir uns auf die Suche nach Futter, wir hatten ja den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen. Anschliessend waren die Duschen ein gutbesuchter Ort, bis wir dann abends nochmal in die Stadt sind um uns einen Tanz auf dem Dorfplatz anzusehen. Jeden Abend um 19 Uhr trifft sich dort die Dorfgemeinschaft um unter einer chinesischen Flagge zu asiatischen Klaengen zu tanzen. All das sieht sehr beeindruckend aus, da viele aeltere Einwohner in ihren Trachten erscheinen und sich alle in einem grossen Kreis aufstellen. Einige Touristen haben dann auch versucht den Schrittfolgen und Bewegungen zu folgen, mit mehr oder weniger ansehnlichen Ergebnissen (ich habs lieber ganz gelassen!).

Ich weiss grad gar nemmehr wo wir abends gegessen haben, oder ob wir ueberhaupt gegessen haben. Hmmm... gute Frage, naja passiert ist auf jeden Fall nichts mehr. Einzig und allein bleibt zu sagen, dass es hier ganz anders ist, wie in den Staedten zuvor. Es ist tatsaechlich etwas kaelter und man merkt beim Treppensteigen schon, dass auf 3200 m die Luft ein bisschen duenner ist. Die Leute sind hier auch total anders, freundlicher und sie gehen eher auf einen zu als vorher. Die anderen (die ja schon in Tibet waren) haben alle gesagt, dass es daran liegt, dass wir hier schon knapp an der Grenze zu Tibet sind und der Einfluss von Tibet sich hier bemerkbar macht. In jedem Fall gefaellt es mir hier besser als in Lijiang, denn es zieht nicht so viele Touristen hierher.

Bis denn!

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