13.09.2008 - Kunming
Der heutige Tag begann nicht besonders gut. Leider ist das chinesische Essen zemlich fettig und irgendwie vertragen Antonia und ich fettiges Essen nicht mehr so gut, d.h. mir ging es heute morgen relativ schlecht, aber ich hab mich aufgerappelt und mich ueberwunden doch noch mitzugehen, schliesslich wollte ich den Steinwald sehen. Um 8 Uhr holte uns ein Minibus ab und brachte uns zum eigentlichen Bus. Die nette Chinesin, die uns die Zugtickets besorgt hat, hat sich auch um diese Exkursion gekuemmert, uns jedoch vorgewarnt, dass wir uns einer chinesischen Reisegruppe anschliessen muessten und auch einen Shoppingstop ueber uns ergehen lassen mussten. Immerhin das Mittagessen war im Preis enthalten. Als wir dann im anderen Bus sassen, waren wir wie so oft die Attraktion, denn alle Chinesen haben sich nach und umgedreht und uns argwoehnisch betrachtet. Nach etwa einer Viertelstunde fing der Guide der Gruppe an zu labern und hoerte laengere Zeit auch nicht mehr damit auf. Der Bus bog nach einer halben Stunde von der Autobahn ab und pfluegte sich durch die Schotterpisten eines Industriegebietes. Natuerlich wunderten wir uns auf einmal, wo wir hingeraten waren, doch kurze Zeit spaeter wurde es noch verwirrender, denn direkt gegenueber des Industriegebietes wurde eine Villen-Viertel errichtet, eine Art geschlossene Gesellschaft, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Naja, wenn man gerne gegenueber eines Industriegebietes wohnt, dann ist das auf jeden Fall eine Investition wert.
Wenig spaeter erreichten wir dann den Shopping-Stop, vor dem uns die Chinesin um Hostel vorgewarnt hatte. Wir hielten an einem Geschaeft fuer unzaehlige Arten von Jade-Schmuck an. Der Laden war wirklich das Letzte, teilweise total heruntergekommen und das Beste war der Gestank der Toilette, der alles uebertuenchte. Nach etwa 20 Minuten wurden wir dann erloest und konnten endlich unsere Reise zum Stone Forest fortsetzen. Wir fuhren also weiter, durch kleine Orte, durch eine Stadt, an einer neuen leerstehenden Hochhaussiedlung vorbei und dann erreichten wir einen Tempel. Ein Tempel?! Wir wussten Nichts von dem Tempel, der mehr einer Tempelanlage glich, die sich wundervoll an den Berg schmiegte. Wir wurden zusammen mit den anderen Leuten in unserem Bus einer Fuehrerin zugewiesen, die ein gelbes Faehnchen mit einer Nummer hatte. Im Gegenzug bekamen wir alle einen Sticker mit der gleichen Nummer und mussten ihr folgen. Schnell stellte sich heraus, dass es aufgrund der vielen chinesischen Touristengruppen unglaublich schwer war den Ueberblick zu behalten und unsere Fuehrerin nicht aus den Augen zu verlieren. Es waren Himmel und Menschen unterwegs und unsere Gruppe war so schnell unterwegs. Im Endeffekt haben wir es geschafft den Anschluss zu halten und nach einer Stunde ging es dann im Bus weiter zum Stone Forest, zumindest hofften wir das, auch wenn der Tempel eine freudige Ueberraschung war.
45 Minuten spaeter haben wir dann endlich den Stone Forest erreicht, doch bevor wir diesen betraten, nahmen wir erstmal unser Mittagessen zu uns, das ja im Preis enthalten war. Doch auch dies hatte leider einen Haken. Wir wurden in ein Restaurant gefuehrt in dem es neben grossen Runden Tischen auch eine Art Altar gab, auf dem unzaehlige chinesische Rollbilder und gestickte Decken und andere Souvenirs lagen. Wahrend dann unser Essen serviert wurde, priesen mehrere Damen die Artikel an und versuchten das Ganze per Mikrofon schmackhaft zu machen. Wenn man mal davon absieht, dass das Essen nicht gerade ein Brueller war und die Mikrofondurchsagen auf Chinesisch total nervig waren, kann man nur einen positiven Schluss ziehen, es war immerhin im Preis enthalten. Die chinesischen Tischmanieren sind auch ein Kapitel fuer sich. Als aus dem Restaurant herausgingen, bot sich uns ein Bild des Grauens. Unter den Tischen und auf den Tischen sah es aus wie im Schweinestall und niemanden hat es gestoert. Es ist, wie ich bereits geschrieben habe, alles etwas anders hier drueben.
Endlich ging es dann in den Stone Forest. Wir haben etwas mehr als zwei Stunden dort verbracht und ich kann nicht viel dazu sagen, ausser dass ich es beeindruckend fand. Der Stone Forest ist ein UNESCO Weltkulturerbe und ein Geopark. Die Steinformationen sind durch Regen und Wind ueber Millionen von Jahren entstanden und so haben sich die bizarrsten Formen gebildet. In manchen Formationen erkennen die Chinesen sogar Katzen, Schildkroeten und einen Elefanten. Am besten macht ihr euch ein Bild davon indem ihr euch die Bilder anschaut, es ist einfach schwer zu beschreiben. Um 16.00 Uhr mussten wir dann wieder am Bus sein und traten die Rueckreise nach Kunming an. Als wir 2 Stunden spaeter angekommen waren, fuhr uns der Bus aber nicht zurueck zu der Stelle an der er abgefahren war, stattdessen hielt er vor einem Krankenhaus. Dort stiegen dann alle Chinesen aus, nur wir blieben im Bus, weil wir keinen Plan hatten was nun vor sich ging. Ich bin dann nach kurzer Zeit der Gruppe gefolgt und habe herausgefunden, was es drinnen zu sehen gab. Es handelte sich um eine Austellung ueber traditionelle chinesiche Medizin und wir konnten nur vermuten, dass es anschliessend eine Verkaufsveranstaltung fuer traditionell hergestellte Medikamente gab. Wir haben dann widerwillig gewartet und wieder eine halbe Stunde spaeter sind wir endlich in die Innenstadt gefahren. Doch auch diesmal sind wir nicht zurueck gefahren... nein, wir haben erneut an einem Jadeshop gehalten. Wir sollten aussteigen, haben uns aber geweigert und so mussten wir wieder im Bus warten, bis der Rest der Gruppe wieder da war. Doch auch deren Feld hatte sich mittlerweile gelichtet und wir haben schon ueberlegt, ob sich einige ein Taxi geholt hatten. Wir fuhren weiter und glaubten die Strasse erkannt zu haben, in der wir heute morgen losgefahren waren, doch auch diesmal wurden wir bei Schmucklaeden gebeten auszusteigen. Wir haben diesmal bereitwillig zugestimmt und uns so schnell es ging ein Taxi besorgt. Wir haben uns dann mit sechs Leuten auf typisch asiatische Art und Weise in das Taxi gequetscht, wobei Gerhard den Beifahrersitz alleine belegen durfte. Als wir dann endlich unser Guesthouse erreicht hatten, waren wir froh und erleichtert, dass wir den Tag hinter uns gebracht hatten.
Auf der einen Seite war es ein Tag voller sehenswerter Dinge, doch der Kaffeefahrtcharakter der Tour hat uns ziemlich genervt, denn an jeder Ecke wollte man uns etwas verkaufen. Zumindest haben wir den Stone Forest und diesen Tempel gesehen UND wir haben viel von der Landschaft und den Orten ausserhalb Kunmings gesehen. China ist ein sehr kontrastreiches Land. Auf der einen Seite hat man moderne Grossstaedte und Fortschritt, doch auf der anderen Seite steht Verfall, alte Gebaeude und viel Kultur, die die Gesellschaft seit Jahrhunderten praegt. Es ist wirklich seltsam, aber schoen.
Morgen werden wir wieder Kunming unsicher machen, bis dahin!
Der heutige Tag begann nicht besonders gut. Leider ist das chinesische Essen zemlich fettig und irgendwie vertragen Antonia und ich fettiges Essen nicht mehr so gut, d.h. mir ging es heute morgen relativ schlecht, aber ich hab mich aufgerappelt und mich ueberwunden doch noch mitzugehen, schliesslich wollte ich den Steinwald sehen. Um 8 Uhr holte uns ein Minibus ab und brachte uns zum eigentlichen Bus. Die nette Chinesin, die uns die Zugtickets besorgt hat, hat sich auch um diese Exkursion gekuemmert, uns jedoch vorgewarnt, dass wir uns einer chinesischen Reisegruppe anschliessen muessten und auch einen Shoppingstop ueber uns ergehen lassen mussten. Immerhin das Mittagessen war im Preis enthalten. Als wir dann im anderen Bus sassen, waren wir wie so oft die Attraktion, denn alle Chinesen haben sich nach und umgedreht und uns argwoehnisch betrachtet. Nach etwa einer Viertelstunde fing der Guide der Gruppe an zu labern und hoerte laengere Zeit auch nicht mehr damit auf. Der Bus bog nach einer halben Stunde von der Autobahn ab und pfluegte sich durch die Schotterpisten eines Industriegebietes. Natuerlich wunderten wir uns auf einmal, wo wir hingeraten waren, doch kurze Zeit spaeter wurde es noch verwirrender, denn direkt gegenueber des Industriegebietes wurde eine Villen-Viertel errichtet, eine Art geschlossene Gesellschaft, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Naja, wenn man gerne gegenueber eines Industriegebietes wohnt, dann ist das auf jeden Fall eine Investition wert.
Wenig spaeter erreichten wir dann den Shopping-Stop, vor dem uns die Chinesin um Hostel vorgewarnt hatte. Wir hielten an einem Geschaeft fuer unzaehlige Arten von Jade-Schmuck an. Der Laden war wirklich das Letzte, teilweise total heruntergekommen und das Beste war der Gestank der Toilette, der alles uebertuenchte. Nach etwa 20 Minuten wurden wir dann erloest und konnten endlich unsere Reise zum Stone Forest fortsetzen. Wir fuhren also weiter, durch kleine Orte, durch eine Stadt, an einer neuen leerstehenden Hochhaussiedlung vorbei und dann erreichten wir einen Tempel. Ein Tempel?! Wir wussten Nichts von dem Tempel, der mehr einer Tempelanlage glich, die sich wundervoll an den Berg schmiegte. Wir wurden zusammen mit den anderen Leuten in unserem Bus einer Fuehrerin zugewiesen, die ein gelbes Faehnchen mit einer Nummer hatte. Im Gegenzug bekamen wir alle einen Sticker mit der gleichen Nummer und mussten ihr folgen. Schnell stellte sich heraus, dass es aufgrund der vielen chinesischen Touristengruppen unglaublich schwer war den Ueberblick zu behalten und unsere Fuehrerin nicht aus den Augen zu verlieren. Es waren Himmel und Menschen unterwegs und unsere Gruppe war so schnell unterwegs. Im Endeffekt haben wir es geschafft den Anschluss zu halten und nach einer Stunde ging es dann im Bus weiter zum Stone Forest, zumindest hofften wir das, auch wenn der Tempel eine freudige Ueberraschung war.
45 Minuten spaeter haben wir dann endlich den Stone Forest erreicht, doch bevor wir diesen betraten, nahmen wir erstmal unser Mittagessen zu uns, das ja im Preis enthalten war. Doch auch dies hatte leider einen Haken. Wir wurden in ein Restaurant gefuehrt in dem es neben grossen Runden Tischen auch eine Art Altar gab, auf dem unzaehlige chinesische Rollbilder und gestickte Decken und andere Souvenirs lagen. Wahrend dann unser Essen serviert wurde, priesen mehrere Damen die Artikel an und versuchten das Ganze per Mikrofon schmackhaft zu machen. Wenn man mal davon absieht, dass das Essen nicht gerade ein Brueller war und die Mikrofondurchsagen auf Chinesisch total nervig waren, kann man nur einen positiven Schluss ziehen, es war immerhin im Preis enthalten. Die chinesischen Tischmanieren sind auch ein Kapitel fuer sich. Als aus dem Restaurant herausgingen, bot sich uns ein Bild des Grauens. Unter den Tischen und auf den Tischen sah es aus wie im Schweinestall und niemanden hat es gestoert. Es ist, wie ich bereits geschrieben habe, alles etwas anders hier drueben.
Endlich ging es dann in den Stone Forest. Wir haben etwas mehr als zwei Stunden dort verbracht und ich kann nicht viel dazu sagen, ausser dass ich es beeindruckend fand. Der Stone Forest ist ein UNESCO Weltkulturerbe und ein Geopark. Die Steinformationen sind durch Regen und Wind ueber Millionen von Jahren entstanden und so haben sich die bizarrsten Formen gebildet. In manchen Formationen erkennen die Chinesen sogar Katzen, Schildkroeten und einen Elefanten. Am besten macht ihr euch ein Bild davon indem ihr euch die Bilder anschaut, es ist einfach schwer zu beschreiben. Um 16.00 Uhr mussten wir dann wieder am Bus sein und traten die Rueckreise nach Kunming an. Als wir 2 Stunden spaeter angekommen waren, fuhr uns der Bus aber nicht zurueck zu der Stelle an der er abgefahren war, stattdessen hielt er vor einem Krankenhaus. Dort stiegen dann alle Chinesen aus, nur wir blieben im Bus, weil wir keinen Plan hatten was nun vor sich ging. Ich bin dann nach kurzer Zeit der Gruppe gefolgt und habe herausgefunden, was es drinnen zu sehen gab. Es handelte sich um eine Austellung ueber traditionelle chinesiche Medizin und wir konnten nur vermuten, dass es anschliessend eine Verkaufsveranstaltung fuer traditionell hergestellte Medikamente gab. Wir haben dann widerwillig gewartet und wieder eine halbe Stunde spaeter sind wir endlich in die Innenstadt gefahren. Doch auch diesmal sind wir nicht zurueck gefahren... nein, wir haben erneut an einem Jadeshop gehalten. Wir sollten aussteigen, haben uns aber geweigert und so mussten wir wieder im Bus warten, bis der Rest der Gruppe wieder da war. Doch auch deren Feld hatte sich mittlerweile gelichtet und wir haben schon ueberlegt, ob sich einige ein Taxi geholt hatten. Wir fuhren weiter und glaubten die Strasse erkannt zu haben, in der wir heute morgen losgefahren waren, doch auch diesmal wurden wir bei Schmucklaeden gebeten auszusteigen. Wir haben diesmal bereitwillig zugestimmt und uns so schnell es ging ein Taxi besorgt. Wir haben uns dann mit sechs Leuten auf typisch asiatische Art und Weise in das Taxi gequetscht, wobei Gerhard den Beifahrersitz alleine belegen durfte. Als wir dann endlich unser Guesthouse erreicht hatten, waren wir froh und erleichtert, dass wir den Tag hinter uns gebracht hatten.
Auf der einen Seite war es ein Tag voller sehenswerter Dinge, doch der Kaffeefahrtcharakter der Tour hat uns ziemlich genervt, denn an jeder Ecke wollte man uns etwas verkaufen. Zumindest haben wir den Stone Forest und diesen Tempel gesehen UND wir haben viel von der Landschaft und den Orten ausserhalb Kunmings gesehen. China ist ein sehr kontrastreiches Land. Auf der einen Seite hat man moderne Grossstaedte und Fortschritt, doch auf der anderen Seite steht Verfall, alte Gebaeude und viel Kultur, die die Gesellschaft seit Jahrhunderten praegt. Es ist wirklich seltsam, aber schoen.
Morgen werden wir wieder Kunming unsicher machen, bis dahin!
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2 Kommentare:
Jetzt habt ihr auch mal eine Kaffeefahrt in China erlebt...lach! Habt ihr denn mitbekommen, ob eure chinesischen Mitfahrer etwas gekauft haben? Die müssten das doch sicher kennen, aber ich könnte mir vorstellen, daß einige das sogar toll finden, genau wie bei uns eben. Der Steingarten ist wirklich überwältigend und absolut zu Recht UNESCO Weltkulturerbe.
liebe Grüße und dickes Bussi von
Mama
Also der Steingarten hört sich ja mal klasse an. Muss mir nachher mal die Bilder anschauen. Dann haben sich die ganzen nervigen Verkaufspredigten wenigstens gelohnt ;-) Aber ich glaube ich wär schon von Anfang an im Bus geblieben und hätte auf die gewartet, das hätte mich ziemlich genervt...